Predigt zum 02.04.2021 Karfreitag von Pfarrer Matthias Knoch – Thema: Einer für alle

von | Apr 2, 2021

Predigt zum 02.04.2021 Karfreitag von Pfarrer Matthias Knoch – Thema: Einer für alle
Bitte auf den Link klicken: https://youtu.be/S5EkAvRP-iY 

Hier die Predigt zum mitlesen:

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.                          Johannes 3, 16

 

In Christus, liebe Leserinnen, liebe Leser heute am Karfreitag! Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Zeilen zu lesen. Karfreitag war leider der Tag des vorbei Gehens. Nur wenige waren betroffen dabei. Auf dem Weg, unter dem Kreuz und vorher bei der Verurteilung. Viele waren dabei, das Kreuzige! zu rufen, es muss eine ganze Masse gewesen sein. Viele waren am Weg und ließen Jesus vorbei gehen: geschunden, blutend, bespuckt. Viele kamen zu dem Hügel Golghatha, sahen Jesus und die beiden Verbrecher am Kreuz hängen. Sie sahen, was da geschah, spotteten vielleicht noch und gingen weiter. Auch Pilatus ließ die Sache mit Jesus vorbei gehen: er wollte ja noch seiner Überzeugung Ausdruck verleihen, dass Jesus unschuldig ist. Aber er brachte es nicht fertig. So ging alles vorbei. Nur Jesus offensichtlich nicht. Er ging auf ein Ziel zu. Auf Sein Ziel. An diesem Tag. Das Ziel Seines ganzen Lebens. Das Ziel eines Geschehens seit sehr langer Zeit. Dreimal hatte Jesus Seinen Jüngern – und in dem Fall nur Seinen Jüngern: die immer bei Ihm waren, die verstehen sollten, wer Er war und warum Sein Weg so verlaufen würde, wie Er ihn vor Sich sah – Seinen Jüngern angekündigt, dass Er schmachvoll umkommen würde: verraten, mißhandelt, getötet. Und am dritten Tage auferstehen. Dreimal hatte Er es Seinen Jüngern gesagt aber sie hatten es nicht verstanden. Sie wußten nicht, was er sagte, sie wußten nicht, wovon Er redete. Nun erlebten sie es: Jesus war verraten worden von einem aus ihrer Mitte, ausgeliefert, verhaftet und mißhandelt worden und Er hatte Sich nicht gewehrt. Er hatte das einfach geschehen lassen. War in einem schnellen Prozeß verurteilt und nun ans Kreuz geschlagen worden. In weniger als 24 Stunden, in nicht einmal 12 Stunden war der Traum der Jünger von Jesus als König in Israel restlos ruiniert worden. Nur einer der Jünger war unter dem Kreuz, Johannes. Seine Verbundenheit zu Jesus war wie die zu einem älteren Bruder. Diese Verbundenheit war stärker als die Schande mit dem Geächteten in einen Topf geworfen zu werden und die Angst sich derselben Wehrlosigkeit auszusetzen wie Er. Liebe. Seine Mutter, Seine Tante und Maria von Magdala waren mit da. Sie waren nicht im Vorbeigehen dabei. Betäubt von Schmerz, vielleicht in einem Schock, waren Sie dem Zug gefolgt. Und nun blieben sie da, bei Ihm, dem gekreuzigten, einsamen Jesus. Ihrer Liebe hatte Er kein Gramm an Wichtigkeit verloren. Sie blieben auch in der Dunkelheit der letzten drei Stunden. Vielleicht konnte Jesus sie noch wahrnehmen. Bis Er rief: Es ist vollbracht! Was meinte Jesus damit? Es gibt Menschen, die suchen die Ewigkeit. Menschen, die Gott nicht im Vorbeigehen betrachten. Menschen, die sagen: Vielleicht gibt es Gott? Ich muss wissen, ob es Ihn gibt. Ich brauche darauf eine Antwort. Sonst kann es sein, dass ich mein ganzes Leben falsch aufbaue. Diesen Menschen bereitet Gott den Weg, ihr Ziel zu finden. Dazu hat Er Jesus gesandt. Die Königsherrschaft Jesu ist, dass Gott Ihm die Vollmacht gegeben hat, den Weg zu diesem Ziel, den Weg zum Frieden mit Gott zu öffnen, gültig zu bauen. Dieser Friede mit Gott ist der alte Shalom des Judentums, die Gemeinschaft mit Gott im Paradies, das Reich Gottes, das Jesus verkündigt hat, Gerechtigkeit, Frieden und Freude in dem Heiligen Geist. Diesen Weg zu öffnen hat Gott Jesus vorbehalten, Seinem Sohn. Das war Sein Auftrag, Jesus wußte das. Jesus wußte das. Er hat es seinen Jüngern dreimal angekündigt, er wollte  sie vorbereiten. Aber sie verstanden es nicht, kein Wort. Auch nicht von der Auferstehung am dritten Tag. Es brauchte Wochen, Begegnungen mit dem Auferstandenen, die Ausgießung des Heiligen Geistes bis den Jüngern die Verheißungen der Propheten deutlich wurden für den Weg und die Kreuzigung Jesu. Welches Gewicht die Väter des Glaubens dem Kreuzestod Jesu beimessen zeigt das Glaubensbekenntnis: nur drei Worte beschreiben Sein Leben – „…gelitten, unter Pontius Pilatus gekreuzigt und begraben.“ Der Karfreitag ist ein Stiller Tag, auch der Karsamstag. Da ist Raum, auf Jesus nicht nur im Vorbeigehen zu schauen. Es ist Raum nach der Spur zu suchen, die Er hinterlassen hat; den Faden wieder aufzunehmen oder weiterzuspinnen mit dem wir schon begonnen haben, den Teppich unseres Glaubens an Ihn zu knüpfen. Nur bitte: Lassen Sie uns nicht Menschen sein, die mal im Vorbeigehen auf Jesus schauen. Das ist der Anfang vom Ende oder das Ende vor dem Anfang. Was Jesus am Karfreitag auf Sich genommen hat ist zu wertvoll und hat ein großes Geheimnis. Das ist im Vorbeigehen nicht zu entdecken. 

Frohe Ostern, 

Ihr Pfarrer Matthias Knoch aus Gräfensteinberg

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