Kirche und Geld – Gräfensteinberg

Über Geld spricht man nicht…

So heißt es im Volksmund. Doch diese Aussage gilt bei der Kirche nicht. Sie legt über ihre Finanzen öffentlich Rechenschaft ab. Sie sollen wissen, wie die Kirchensteuer verwendet wird, die Sie uns jeden Monat und jedes Jahr zur Verfügung stellen. In Bayern sind das acht Prozent der von Ihnen bezahlten Einkommen- und Lohnsteuer. Wenn Sie genaueres wissen wollen, dann klicken Sie hier.

Die Erhebung von Kirchensteuern ist übrigens kein Privileg der Kirchen, sondern steht jeder Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft zu, die als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt ist. Rund ein Drittel der insgesamt 2,7 Millionen Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zahlt Kirchensteuer. Die anderen zwei  Drittel sind aufgrund ihrer Einkommenslage nicht kirchensteuerpflichtig.

Drei Kirchensteuerämter betreuen Kirchenmitglieder, die zur Einkommensteuer veranlagt werden, und zum anderen Kirchenlohnsteuerzahler, die eine Einkommensteuererklärung abgeben. Für alle Kirchenmitglieder, deren Beitrag sich nach der Lohnsteuer bemisst, übernimmt der Freistaat Bayern die verwaltungsmäßige Erhebung und Zusammenführung der Kirchenlohnsteuerzahlungen. Für diese Leistung bezahlt die Kirche rund zwei Prozent des Lohnsteueraufkommens. Eine eigene Erhebung wäre viel teurer.

Was viele nicht wissen:
Die Kirchensteuer ist von dem zu versteuernden Einkommen als Sonderausgabe absetzbar – die Steuerschuld verringert sich also durch die Beiträge, die an die Kirche gezahlt werden.

Noch etwas: Die Synode, das „Kirchenparlament“ der bayerischen Lutheraner, entscheidet über den Haushalt. Zwei Drittel der 105 Synodalen sind Ehrenamtliche. Vertreterinnen und Vertreter nahezu aller Berufsgruppen bestimmen damit über den finanziellen Kurs der bayerischen Landeskirche.

Wenn Sie Genaueres wissen wollen, dann klicken Sie hier.

Die Kirchensteuer – Eine gute Investition

Da ist er – Lenas erster Lohnzettel im neuen Job!  Vor kurzem hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen, jetzt ist das erste volle Gehalt eingegangen. Was ein gutes Gefühl! Interessiert schaut sich Lena die Zahlen an: Steuerpflichtiges Brutto, steuerfreies Brutto, Lohnsteuer … Bei der Zeile „Kirchensteuer“ stockt sie. Es ist nicht übermäßig viel, was abgezogen wird, aber trotzdem trübt es ein bisschen Lenas Stimmung. Sie ist in der Gemeinde nicht aktiv, geht nur an Heiligabend in den Gottesdienst. Also: Wofür zahlt sie diese Kirchensteuer?

Website zu Kirchensteuer

Die Frage nach dem Wofür lässt Lena nicht mehr los. Sie durchsucht Websites, schaut sich Videos auf YouTube an. Nach einer Weile landet sie auch auf der Website „Kirchensteuer wirkt! Erstaunlich. Erlebbar. Evangelisch.“ – die macht doch einen seriösen Eindruck. Sie überfliegt einige Grafiken, liest hier und da in Texte rein, schaut sich Videos an. Ihr wird klar, dass die Kirchensteuer für die Finanzierung der kirchlichen Arbeit unerlässlich ist; und dass diese nicht an den Rändern ihrer Kirchengemeinde aufhört. Weltweites Engagement, Bildung, Diakonie – diese Bereiche hat sie bisher nie mit der Kirchensteuer in Verbindung gebracht. Lena muss lächeln; es freut sie, dass sie mit ihrer Zahlung eine stabile Finanzierung von zahlreichen Angeboten und Einrichtungen ermöglicht.

Knapp 1 Prozent des Einkommens

Unter dem Menüpunkt „Rechner“ macht Lena noch eine Entdeckung: Ihre Kirchensteuer wird bei der Steuererklärung wieder angerechnet; das wusste sie gar nicht. Das heißt, sie bekommt Geld zurück und zahlt somit weniger als das, was ihr Lohnzettel angibt. Bei ihrem Gehalt macht der endgültige Beitrag nicht einmal 1 Prozent aus.

Keine freien Vermögen

Dennoch stellt Lena sich die Frage: Ist die evangelische Kirche wirklich auf ihr Geld angewiesen? Oder könnte sie nicht erst einmal angehäufte Schätze einsetzen? Auch auf diese Frage findet Lena eine Antwort, die sie ziemlich überrascht: Die evangelische Kirche verfügt gar nicht über freie „Goldtöpfe“, dank derer sie größere Investitionen tätigen könnte. Reich ist sie vor allem an Gebäuden, die sie aufwendig erhalten und klimatisch sanieren muss. Und an Vorsorgevermögen, was unter anderem für die Pension der Pfarrerinnen und Pfarrer reserviert ist. Von freien Mitteln – keine Spur. Selbst bei größeren Sanierungen am Kirchendach geht es schon ans Spendensammeln.

Eigenmittel bei staatlichen Aufgaben

Umso mehr Lena liest, desto klarer wird ihr, wie wenig sie über die kirchlichen Finanzen und die Arbeit der evangelischen Kirche weiß. Sie dachte bisher, dass alle evangelischen Kitas vom Staat finanziert werden. Nun geht aus einem Video aber hervor, dass dort ziemlich viele Eigenmittel der Kirche reinfließen – wie auch bei Sozialstationen oder anderen kirchlichen Einrichtungen, die staatliche Aufgaben übernehmen. Die evangelische Kirche investiert also Kirchensteuer in Bereiche, die der gesamten Gesellschaft zugutekommen. Das findet Lena ziemlich gut; denn irgendwie nützt es dann doch auch ihr.

Dank der neuen Website hatte Lena einige Aha-Erlebnisse. Ihr Resümee: Die Kirchensteuer scheint ziemlich gut investiert zu sein!

Nächste Veranstaltungen

Vorabendgottesdienst Pfr. Matthias Knoch
Gräfensteinberg: Kirche St. Martin
Gottesdienst Pfr. Matthias Knoch
Gräfensteinberg: Kirche St. Martin