Partnerschaft mit Malaysia

2019 Malaysia: »Wir waren Gäste, keine Touristen«, …

… mit diesen treffenden Worten fasste die Leitung des St.Martin-Kindergartens Gräfensteinberg, Karin Oechslein, einen zweiwöchigen Malaysia-Aufenthalt zusammen. Mit der Hälfte ihres Teams und ein paar weiteren Teilnehmern fand die Reise in den Pfingstferien statt. Ausgangspunkt war die Mitarbeit eines jungen Mannes aus der Malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur in ihrem Kindergarten. Jason Tam hatte sich 2017 bei der Lutherischen Kirche in Malaysia als Freiwilliger gemeldet und war im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem Dekanat Gunzenhausen und dem Selangor-District für ein Jahr nach Gräfensteinberg gekommen. Das Kindergartenteam nahm die Herausforderung an und die Tür öffnete sich zu einem wunderbaren Jahr voll neuer Erfahrungen jenseits des alltäglichen Tellerrandes. Als sich das Jahr dem Ende neigte kam der Gedanke eines Gegenbesuches auf: Das Kindergartenteam besucht Jason in Kuala Lumpur. Als sich dieses Vorhaben konkretisierte, meldete sich Gabi Schmidt, die für Jason ein Jahr lang Gastmutter war, nebst zwei weiteren Gemeindemitgliedern aus Gräfensteinberg bei Pfarrer Matthias Knoch. Der wandte sich mit dem Vorhaben an die kirchlich Verantwortlichen des Dekanats und die unterstützten die Reise als Besuch im Rahmen der bestehenden Partnerschaft.

 

So kam es, dass die Gruppe aus Gräfensteinberg eben nicht als Touristen sondern als Gäste in Malaysia aufgenommen wurde. Aufgenommen in das Leben der zumeist chinesischen Christen: In ihre Kindergärten und Kirchengemeinden, ihre Gottesdienste und Gasthäuser, ihre Gastfreundschaft und Wohnungen. Dabei taten sich manche Geheimnisse auf, die auch dem Reiseführer nicht zu entnehmen sind; etwa die Einladung zu einer chinesischen Tee-Zeremonie. Wer damit nicht vertraut ist, wird sich fragen, was das besonders sein soll. Trinkt man halt eine Tasse Tee. Doch eine Tee-Zeremonie ergibt sich aus der Weise des Teezubereitens, des Trinkens, der Reihenfolge des Ausschenkens, selbst der Weise wie man das Gefäß hält wird eine Bedeutung beigemessen und in ihr die Botschaft weitergegeben, wer es mit wem zu tun hat. Die Gefäße fassen etwa so viel Tee wie bei uns ein kleines Schnapsglas. Nur dass der Tee leicht zehnmal so teuer ist wie der hier kredenzte Obstler. Eine der angebotenen Teesorten war aus dem Jahre 1930, auf einfache Weise luftdicht aufbewahrt.

 

Desweiteren wurden Gottesdienste besucht, Bibliotheken besichtigt und natürlich Kindergärten. Hier war das Interesse des Kindergartenteams aus Gräfensteinberg und die Neugier auf Arbeitsweisen fern des westlichen Kulturkreises natürlich besonders hoch. Denn so ganz wie in Deutschland läuft es in Malaysia natürlich nicht. Die asiatische Kultur hat andere Leitlinien: Dort ist der Kindergarten eine Schule für die ganz Kleinen und die Mitarbeitenden werden Lehrer genannt. Da gab es manches Fachsimpeln und die Einladung zu einem weiteren Besuch: Die Leiterin einer viergruppigen Einrichtung möchte im kommenden Jahr zu einem Praktikum nach Gräfensteinberg kommen, als Abschluss ihrer pädagogischen Masterarbeit, die sie gerade nach einem Konzept aus Finnland ausarbeitet. Sie hat gespürt, dass der Ansatz des Gräfensteinberger Teams dem ihrer Masterarbeit recht nahe ist. Um ein solches Konzept umzusetzen, bedarf es keiner riesigen Einrichtung, sondern vielmehr eines gewissen Freiraums, den ein kleiner Kindergarten, wie der in Gräfensteinberg bieten kann.

Aus diesem hat Jason – wie auch Evelyn, die ein Jahr vor Jason als erste Freiwillige aus Malaysia überhaupt nach Merkendorf gekommen war – mit hinüber genommen, dass in Deutschland Kinder spielend lernen. Im Spiel wird vermittelt worum es geht. Bemerkenswert ist, dass es für die Kindergärten in Malaysia keine staatlichen Fördermittel gibt, auch nicht für Einrichtungen, die auf besondere Bedürfnisse von Kindern ausgelegt sind wie etwa Authismus. Die Kirchengemeinden machen ihre Angebote auf eigenes Risiko und im ursprünglichen Sinn der Diakonie: bezahlbar, damit diejenigen, die das Angebot wirklich brauchen, es auch in Anspruch nehmen können.
Die zwei Wochen waren schnell vorbei. Das Miteinander in der Gruppe und mit den Gastgebern war wohltuend und schön. Beeindruckt waren die Gäste von den Gottesdiensten mit kleiner Band, frischen Melodien und recht unbefangenen Pfarrern, die nicht am Blatt ihrer Predigt hängen. Morgens als auch manchmal Abends wurde eine kleine Besinnung und ein Gebet von reifen Menschen gesprochen oder durch sie bereichert.

 

Weh tat nur der Müll: Plastikmüll in den Straßen, im Urwald und im Ozean. Und es war noch nicht einmal der, der aus Deutschland regelmäßig dorthin geschippert wird. Der Burgstallwald in Gunzenhausen ist zwar weitestgehend frei von Plastik, doch ebenso kahl, wohl sagend: »Es geht nicht immer so weiter, wie Ihr es euch vorstellt.« Dabei können Begegnungen wie unsere helfen, voneinander zu lernen und vielleicht sogar gemeinsam etwas zu schaffen, um die Zukunft unserer Kinder nachhaltiger und gesünder zu gestalten. Denn wir alle sollten auf unserer schönen Erde keine Touristen sein, sondern Gäste.

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Gräfensteinberg: Kirche St. Martin
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